Winterspass mit Evi Eichhorn am Mittwochs-Buchstart

Wer kennt sie nicht, das Erfolgsduo Axel Scheffler und Julia Donaldson, die den Bilderbuch-Klassiker „Grüffelo“ erschaffen haben! Schon viele Geschichten mit lustigen Illustrationen sind aus dieser produktiven Zusammenarbeit entstanden, so auch das Papp-Bilderbuch „Evi Eichhorns Schneemann.

Als Evi Eichhorn am Morgen erwacht, sieht sie vor ihrem Zimmerfenster die Welt in Weiss – es hat über Nacht geschneit. Ihr Freund der Rabe wartet schon, damit sie im Schnee spielen können. Evi Eichhorn zieht sich warm an und gemeinsam wollen sie einen Schneemann bauen. Während der Geschichte tragen sie alles zusammen, was es dazu braucht: Schneekugeln, Rüebli, Kohlestückchen, Mütze… Dabei können die Kinder und Betrachtenden helfen, denn die „Zutaten“ im Buch sind unter Klappen verborgen. Ein warmer Tee und Schneemann-Guetzli dürfen nach getaner Arbeit auch nicht fehlen! Der Handlungsbogen schliesst sich am Ende der Geschichte: Evi Eichhorn sieht von ihrem Bett aus nun den Schneemann vor dem Fenster!

Die typischen Illustrationen und der Erzählstrang sind klar und können schon von jungen Kindern gut „gelesen“ werden. Durch das Öffnen der Klappen wird die Spannung und das Mitdenken erhöht, auch wenn die ganz Kleinen sicher noch motorisch Hilfe brauchen bei der „Öffnungs-Zeremonie“.

Die Geschichte von Evi Eichhorn und dem Schneemann begleitet uns im Januar bei den Mittwoch-Buchstarts in der Stadtbibliothek. Auch Bär Dudu freut sich im Winter auf den Schnee und hat auch gleich einen Schneemann-Vers als Kostprobe mitgebracht:

Lueg emal – hesch gseh?
Da liit e Chugele im Schnee!
Piff-paff-puff – obe druf no eini meh!
Mit 2 Pünktli chömmer Auge mache,
5 Pünktli brucht er zum Lache.
Dezwüschet ä orangige Strich,
scho hät üses Mannli es Gsicht.
Um de Hals chunnt e lange Schal,
darfsch en umewickle zweimal.
Är treit ufem Chopf als Huet
ä Chappe, die staht ihm denn guet.
Und zum Schluss zwei Ärm us Holz,
jetz ischer richtig stolz.

Idee aus: leseanimation.ch

Weitere Papp-Bilderbücher mit Klappen für junge Kinder
vom Duo Scheffler / Donaldson, erschienen im Verlag Beltz&Gelberg:

Kaninchen ist sooo müde (2017)
Der Fuchs sucht seine Socken (2000)
Wo steckt Mathilda Huhn (2017)
Der Bär schreibt heute Briefe (2017)
Die Katze lernt jetzt kochen (2021)

In der Kürze liegt die Würze – Kurzgeschichten

Ja, kurz sind sie! Und sehr gut gewürzt! Manchmal etwas scharf und pikant aber auf jeden Fall immer aromatisch – die Rede ist von Kurzgeschichten – auch unter dem englischen Begriff Short Stories bekannt.

Der weltberühmte Autor Edgar Allan Poe (1809-1849) gilt als Mitbegründer dieser literarischen Form und die kanadische Autorin und Literaturnobelpreisträgerin Alice Munro wird zu Recht als zeitgenössische Meisterin der Kurzgeschichte gefeiert. Mehr als 150 Short Stories hat sie geschrieben.

Zum ersten Mal richtig zum Kurzgeschichten-Fan wurde ich durch Patricia Highsmiths Stories als junge Erwachsene. Ach, wie liebte ich diese Mischung aus Krimi, Psychografie und schwarzem Humor, der den Briten so eigen ist.

Dann wurde es «kurzgeschichtig» still und es zog mich mehr zu den Romanen hin. Die sind halt einfach so vorhersehbar, entspannend trotz des Umfangs und garantiert mit (Happy-)End. Also so gar nicht verdichtet, beschleunigt, überraschend und mit offenem Ausgang, wie das Kurzgeschichten so an sich haben.

Aber jetzt hat es mich wieder gepackt! Nicht zuletzt dank der Veranstaltungsreihe «Shared Reading – Miteinander lesen». Als ausgebildeter Facilitator darf ich zusammen mit meiner Kollegin zweiwöchentlich dieses wunderbare Format moderieren, wo Kurzgeschichten im Zentrum stehen, die laut gelesen, besprochen, interpretiert und gewürdigt werden wollen – und das auf einer ganz persönlichen Ebene, ohne Literaturkritik zu betreiben.

Wussten Sie, dass die Stadtbibliothek Luzern einen Fundus an Kurzgeschichten, Short Stories, Erzählungen besitzt?  Ein paar Schweizer Autor*innen seien an dieser Stelle genannt: Peter Stamm, Benedict Wells, Alex Capus, Anna Ruchat, Peter Bichsel, Pedro Lenz und jetzt aktuell

die neusten Geschichten von Franz Hohler mit dem Titel «Der Enkeltrick».

«Es sind die unscheinbaren Risse im alltäglichen Gefüge, von denen Franz Hohler so meisterhaft erzählt – jede seiner Geschichten ein kleines Wunder, das den Blick auf das Leben reicher macht»!

Juhuu – Hasenkind ist wieder da!

Hasenkind, flieg!
© Jörg Mühle, Moritz Verlag, 2021

Jörg Mühle hat mit seinem „Hasenkind“ eine wunderbar sympathische Figur erschaffen. Nun ist im August dieses Jahres ein weiterer Band mit dem Hasenkind im Moritz Verlag erschienen. Nach den Geschichten zum Einschlafen, Baden oder Trösten hat Hasenkind wieder allerlei vor: „Gugus-Dada“ spielen, wild hin- und herschaukeln oder ganz frech die Zunge heraus strecken sind diesmal im Angebot – Spass für Gross und Klein garantiert!

Die witzigen, klaren Bilder passen wunderbar in die Welt der ganz kleinen Kinder und eignen sich prächtig, das Buch gemeinsam zu betrachten und mitzuspielen. Auch Bär „Dudu“ gefällt dieses Buch. Er und das Hasenkind wirken deshalb jeweils mittwochs im September bei den Buchstart-Veranstaltungen in der Stadtbibliothek Luzern mit.

Eine Vers-Kostprobe zum Mitschaukeln:

Es Schaukel-Schaukel-Schaukel-Chind,

schauklet, schauklet wie de Wind.

Hin und här wie de Wind,

schauklet üses Schaukel-Chind.

(Vers abgeändert aus: Das Tri-Tra-Trampeltier /Beltz & Gelberg, 2017)

Weitere Bücher mit dem Hasenkind von Jörg Mühle sind im Moritz Verlag erschienen und in der Stadtbibliothek Luzern zur Ausleihe (auch in Englisch) erhältlich:

> Nur noch kurz die Ohren kraulen
> Badetag für Hasenkind
> Tupfst du noch die Tränen ab?

Queer durch unsere Literatur

Es gibt sie! Und zum Glück gibt es sie immer mehr:

Queere Romane, die von frei gewählten Identitäten und Liebesbeziehungen handeln und deren Protagonist*innen, mit ihren unterschiedlichsten Lebensweisen und Kulturen, abseits von traditionellen Rollen und konventionellen Vorstellungen, auf wunderbare Weise die Diversität der Menschen abbilden.

Vielfach handeln die Geschichten von Vorurteilen, schmerzlichen Erlebnissen, Ausgrenzung und eigener Zerrissenheit und machen so auch auf gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Konflikte aufmerksam.

Eindrücklich illustriert dies der Debütroman «Die jüngste Tochter» von Fatima Daas, ausgezeichnet mit dem Internationalen Literaturpreis 2021.

Die Autorin beschreibt in ihrem autofiktionalen Roman den Konflikt einer jungen Frau namens Fatima, die einerseits als gläubige und praktizierende Muslimin in einem Vorort von Paris mit ihrer algerischen Familie lebt und andererseits als unabhängige, rebellische und unverheiratete Französin eine Frau liebt. Der Zwiespalt zwischen Glauben und sexuellen Präferenzen, Familie und eigener Identität wird von Fatima Daas in markanter, eindringlicher Sprache beschrieben. Ein beeindruckendes Debüt, das gehört und gelesen werden will. Passend dazu der in Grün gehaltene Einband des Claassen Verlags: Grün – die Farbe der Hoffnung und des Islam!

Es gibt aber immer mehr auch «entdramatisierte» Romane, die lustvoll, witzig und einfach «stinknormal» queere Themen angehen.

Jüngstes Beispiel ist der Debüt-Roman von Bernardine Evaristo «Mädchen, Frau etc.», ausgezeichnet mit dem Booker Prize 2019.

Anhand von zwölf Women of Color-Geschichten im multikulturellen London, jenseits von Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, gelingt es der Autorin, mit Witz, swingendem Stil, wertfrei und „entmoralisierend“ das grosse Thema des Zusammenlebens, gegenseitigen Respektierens in der heutigen Zeit zu skizzieren. Ihr ungewöhnlicher Schreibstil ohne Punkt am Satzende ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, begeistert das Buch und bringt die verschiedenen Geschichten wunderbar auf den Punkt.

Und last but not least:

Queere Geschichten sind immer mehr auch in den Regalen des Kinder- und Jugendbereiches anzutreffen und leisten einen wichtigen Beitrag, gerade Kinder und Jugendliche darin zu bestärken, sich so anzunehmen und zu lieben, wie sie wirklich sind! Zwei wunderbare Bilderbücher hier zur Empfehlung:

«Mein Schatten ist Pink» von Scott Stuart und «Wau Wau Miau!» von Blanca Lacasa.

Auf eine bunte Welt ohne Vorurteile!!!

Lieblingsautor*innen (I): Arno Camenisch

«Der Senn hängt an seinem Gleitschirm in den Rottannen unterhalb der Hütte der Alp Fusse des Sez Ner. Er hängt mit dem Rücken zum Berg, von der Hütte aus hört man ihn fluchen, mit dem Gesicht zur anderen Talseite, wo die Spitzen der Berge gegen den Himmel ragen, Seite an Seite, in der Mitte der Péz Tumpiv, mächtig, wie er da steht, mit seinen 3101 Metern, als überrage er die anderen schneefreien Bergspitzen. Der Zusenn sagt, der kommt dann schon wieder, der soll ruhig noch ein bisschen zappeln, wenn er schon nicht drüber gekommen ist»

«Orapronobis, der Alte hoch oben im Himmel lässt sich dieses Jahr aber Zeit, Cofferteckel, wenn denn etwas Schnee fallen würde, wäre das nicht verkehrt, sagt der Paul und schaut in den Himmel, aber Petrus, der Esel, hält uns hin, und sein Boss hat anderes zu tun»

Das sind die jeweils ersten Abschnitte aus Sez Ner, dem 2009 erschienen Erstling, und aus dem 2018 erschinenen «Der letzte Schnee» von Arno Camenisch – und sie zeigen nicht nur, dass er ein Meister der ersten (und langen) Sätze ist, sondern sie stehen auch exemplarisch für das 12 Bücher umfassende Werk von Arno Camenisch. Und dafür, weshalb er einer meiner absoluten Lieblingsautoren ist. Denn Arno Camenisch schreibt mit viel (Sprach-)Witz, mit einem ganz eigenen Rhythmus und mit einer grossen Melodiosität und Leichtigkeit, durch die er in seinen Geschichten eine Atmosphäre schafft, die mich regelmässig komplett in die Handlung versinken lässt. Sei es in das Leben auf der Alp in «Sez Ner», in die Dorfbeiz in «Ustrinkata», an die Skilift-Station in «Der letzte Schnee», in das Schulhaus in «Herr Anselm» oder an die Tankstelle in «Goldene Jahre».

Die Aufzählung dieser Buchtitel zeigt: Arno Camenisch greift bei seinen Themen sehr stark auf die Erinnerung an seine Vergangenheit, an seine Herkunft zurück. Für mich ist er deshalb – er würde den Ausdruck vermutlich hassen, aber er ist nur positiv gemeint – eine Art moderner «Heimatschriftsteller», weil er es in seinen Büchern schafft, ein dörfliches Leben, das heute an einigen Orten noch existiert, aber immer mehr vom Aussterben bedroht ist, präzise und liebevoll zu dokumentieren. Es ist auch nicht verwunderlich, dass mich diverse Stellen immer wieder an meine eigene Vergangenheit, an meine eigenen Grosseltern erinnern lässt – beispielsweise diese aus seinem letzten Buch «Der Schatten über dem Dorf»:

«Nach dem Zwischenfall am Flughafen in Zürich, als der Grossvater mehrmals durch die Kontrolle musste, weil es piepste und er schliesslich das Zigarettenpäckchen aus der Tschopentasche nehmen musste, was die Grossmutter sah, wo sie doch meinte, der Grossvater habe bereits seit Jahren mit dem Rauchen aufgehört, und daraufhin bis Amsterdam nicht mit ihm redete, verlief die Reise gut»

Sowieso das letzte Buch «Der Schatten über dem Dorf», dass von einer schlimmen Tragödie in einem Graubündner Dorf handelt: In diesem tollen neuen Werk behält Camenisch all seine erzählerischen Qualitäten bei – die Leichtigkeit, den Rhythmus, den Humor. Es hat aber gleichzeitig eine Ernsthaftigkeit, die dieses Buch für mich noch wertvoller macht.

Arno Camenisch liest am Donnerstag, 2. September 2021 auf Einladung der Stadtbibliothek im stattkino aus «Der Schatten über dem Dorf».

Musikalisch begleitet wird er vom absolut grossartigen Roman Nowka. Wir freuen uns!

Mit Pip und Posy im Garten! Buchstart in der Stadtbibliothek

Pip und Posy. Die kleine Schnecke
©Axel Scheffler / Carlsen Verlag, 2021

Im Juni bringt Bär «Dudu» die neuste Geschichte von Pip und Posy für die Mittwoch-Buchstarts mit!

Pip macht Gartenarbeit. Umgraben, Erde lockern, aussäen und giessen gehören dazu. Posy dagegen ist mit anderen Tätigkeiten beschäftigt. Posy macht laut Musik, hüpft wie wild mit dem Ball durch den Garten und jauchzt laut auf der Rutsche. Als Pip eine Schnecke findet, bittet er Posy um mehr Ruhe – ohne Erfolg! Brumm-brumm-brumm tönt es weiter durch den Garten und Pip und Posy geraten in einen Streit. Plötzlich erblickt ein Vogel die Schnecke und will sie erhaschen. Da ist Posys Lärm genau das Richtige für die Rettung der Schnecke – und die Versöhnung!

Kommst du mit in den Garten und hilfst Pip bei der Arbeit?

Pflanzgeschichte für den Rücken

Das Kind wendet der erwachsenen Person den Rücken zu und lässt sich mit den Fingern / Händen massieren.

Umgraben: Rücken kneten
Ausebnen: Wie ein Rechen über den Rücken streichen
Graben für Samen ziehen: Mit den Fingern von oben nach unten Linien ziehen
Samen einsetzen: mit einem Finger auf den Rücken tippen.
Giessen: mit den Fingerkuppen leicht auf den Rücken trommeln
Sonne wärmt: Handflächen kräftig aneinander reiben, dem Kind auf den Rücken legen und Wärme spüren lassen.

Pip und Posy erleben noch viele andere Abenteuer. Die Geschichten und Bilder stammen aus der Feder von Axel Scheffler und sind in verschiedenen Büchern beim Carlsen Verlag erschienen. Die Bücher sind auch in der Stadtbibliothek zum Ausleihen zu finden.

Schau mal, meine Freunde! Buchstart in der Stadtbibliothek Luzern

Wie schön! Nach der langen Corona-Pause wuselt es am Mittwoch- und Donnerstag-Morgen wieder im Kinderbereich der Stadtbibliothek. Kurz vor 9.30 Uhr treffen (Gross-)Eltern mit ihren kleinen Bücher-Profis ein, um Versli zu spielen und eine kurze Geschichte inmitten der vielen Kinderbücher zu hören.

Im Monat Mai wird jeweils am Mittwoch das Buch «Schau mal, meine Freunde!» von Brigitte Weninger und Lena von Döhren gezeigt. Dieses Buch ist Teil des aktuellen Buchstart-Pakets, das als Geschenk den Buchstart-Kindern von 1-3 Jahren überreicht wird, mit dem Hinweis an die Erwachsenen, dass Verse, Geschichten und Erzählen ein wichtiges Fundament für die Sprach- und Lese-Entwicklung sind.

Der Bär «Dudu» ist bei jeder Buchstart-Veranstaltung in der Stadtbibliothek mit dabei. Er begrüsst die Kinder und freut sich ebenfalls an den Geschichten und Versen. Kostprobe gefällig?

Fingervers von 5 Spatzen:

Alli mini Fingerli wend hüt chliini Spatze sii.
Dä pfift es Liedli: Piep-edi-piep!
Dä findets schön und pfift grad mit.
Da bout es Näscht ufem Baum ide Äscht.
Dä flatterd hin und här,
und dä Chlinscht seid: Chumm mier gönd
go Chörnli picke, da isch gar nid schwär!
(Vers von P. Röthlin)

Das Buch erzählt die Geschichte von Anna. Sie geht im Park spazieren und besucht dort ihre Freunde. Auch die Spatzen warten auf einem Baum auf Anna. Wen trifft sie wohl sonst noch?

Das Buch wurde exklusiv für das Buchstart-Paket von Brigitte Weninger verfasst, von Lena von Döhren illustriert und in Zusammenarbeit mit dem Verlag NordSued erstellt.

Happy Birthday, sehr geehrter Max Frisch!

Heute, am 15. Mai 2021 wären Sie 110 Jahre alt geworden. Sie gelten als einer der wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und wir sind mächtig stolz, dass ein so berühmter Vertreter der modernen Literatur wie Sie aus der Schweiz stammt.

Viele von uns kennen Sie – exgüsi – Ihre Werke als Pflichtlektüre aus dem Deutschunterricht, wo wir «Homo Faber», «Stiller» oder «Sein Name ist Gantenbein» mit Hilfe von Königserläuterungen zu interpretieren versuchten. Ihren Hauptfiguren ging es hauptsächlich um Identitätssuche, d.h. um die Suche nach dem wirklichen Leben, nach dem eigentlichen ICH – so viel haben wir verstanden.

Geboren sind Sie als Max Rudolf Frisch am 15. Mai 1911 in Zürich und gestorben am 4. April 1991 ebenfalls in Zürich. Sie haben als Schweizer Schriftsteller zahlreiche Theaterstücke wie beispielsweise «Andorra» und «Biedermann und die Brandstifter» und eben die drei obengenannten grossen Romane geschrieben – Homo Faber wurde 1991 sogar verfilmt.

Sie sind viel gereist, haben in verschiedensten Ländern gelebt und erhielten zahlreiche Preise, Auszeichnungen und die Ehrendoktorwürde in New York. Sogar eine Max-Frisch-Stiftung wurde 1980 ins Leben gerufen.

Gegen Ende Ihres Lebens haben Sie sich kritisch mit Ihrem Heimatland Schweiz auseinandergesetzt und den Prosatext «Schweiz ohne Armee? Ein Palaver» verfasst. Auch wenn Ihnen das Spätwerk mehrheitlich Kritik einbrachte, so haben Sie es geschafft, dass darüber öffentlich aufs heftigste debattiert wurde und Sie in aller Munde waren.

Aber auch ohne diesen politischen Exkurs sind Sie, Herr Frisch – exgüsi – Ihre Werke so «frisch» wie eh und je. Sie werden in Schulen gelesen, stehen in (fast) jedem Bücherregal und wenn nicht, dürfen sie in der Stadtbibliothek Luzern ausgeliehen werden!

Schweizer Vorlesetag

Am 26. Mai findet zum vierten Mal der Schweizer Vorlesetag statt, der vom Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM) initiiert wurde. Die Bedeutung der Vorlesen ist gross, wie das SIKJM auch auf seiner Website schreibt:

«Vorlesen ist ein wunderbares, gemeinschaftliches Erlebnis, das Kindern erste Begegnungen mit der Welt der Literatur ermöglicht. Regelmässiges Vorlesen unterstützt Kinder aber auch in ihrer Entwicklung. Kinder, denen täglich vorgelesen wird, verfügen über einen grösseren Wortschatz und lernen leichter lesen und schreiben als Gleichaltrige ohne Vorleseerfahrung. Sie entwickeln einen positiven Bezug zum Lesen und greifen später mit mehr Freude zu Büchern, Zeitungen oder E-Books und haben somit auch bessere Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsweg.»

Auch die Stadtbibliothek Luzern und die Bibliothek Ruopigen beteiligen sich dieses Jahr wieder mit einer speziellen Aktion: die sechs Zentralschweizer Autor*innen Vera Eggermann, Anna Chudozilov, Christine Weber, Carlo Meier, Erika Frey Timillero und Niko Stoifberg haben für unterschiedliche Altersgruppen und exklusiv für den Luzerner Vorlesetag Kurzgeschichten geschrieben, die Sie sich noch bis zum 24. Mai nach Hause bestellen können und die am Vorlesetag auch in der Stadt Luzern verteilt werden. Alle Informationen auf www.bvl.ch/vorlesetag