Antje Damm – eine Meisterin im Bilderbuchbereich

© Die Wette von Antje Damm, Moritz Verlag 2021

Wer sich im Bilderbuchbereich tummelt, kommt an Antje Damm nicht vorbei! Die Autorin und Illustratorin hat zahlreiche Kinder-Bilderbücher zu verschiedensten Themen gestaltet und wurde mehrfach ausgezeichnet. Auf heitere Weise greift sie auch ernste Themen auf. Ihre Bücher regen Gespräche an, laden zum Schmunzeln ein, beziehen die grossen und kleinen Betrachtenden mit ein und trauen ihnen etwas zu! Zum Beispiel wird im Buch „Füchslein in der Kiste“ der Tod thematisiert oder in „Plötzlich war Lysander da“ tritt eine fremde Gestalt in die gewohnte Umgebung der Hauptfiguren.

Aber nicht nur die Themen in den Büchern von Antje Damm sind vielfältig. Ihre Illustrationen sind es ebenfalls und zeichnen sie als wahre Meisterin aus. Dies zeigt sich schon, wenn man einen Blick in den Bibliotheks-Katalog wirft und die verschiedenen Arten und Techniken der Buch-Titelbilder sieht.

Meine Favoriten sind die Bücher, die Antje Damm mit den unverwechselbaren Karton-Kulissen gestaltet. Liebevoll werden Figuren und Gegenstände detailreich gemalt und ausgeschnitten, dann zu einer Sequenz passend zum Text zusammen gefügt. Mit entsprechendem Licht wird die Szene fotografiert und es entstehen einmalige Stimmungen und Bild-Tiefe. Mit dieser Technik entstanden die Bücher „Der Besuch“ (2015), „Warten auf Goliath“ (2016), „Plötzlich war Lysander da“ (2017), „Füchslein in der Kiste“ (2020), „Die Wette„(2021) und „Teddy ist weg“ (2021), alle im Moritz Verlag erschienen.

Eine weitere „Spezialität“ von Antje Damm sind Streichholz-Schachteln, denen sie auf ähnliche Art und Weise mit winzigen Figürchen und Szenen ein Kurz-Geschichten-Innenleben verleiht – einfach wunderbar – diese wortwörtliche Klein-Kunst!

Bibliothek in der Schachtel © Antje Damm

Noch mehr Streichholz-Schachtel-Kunst und weitere wunderbare Illustrationen postet Antje Damm regelmässig auf Instagram – ein Blick lohnt sich!

Ich freue mich auf weitere Werke der Meisterin im Bilderbuchbereich, sei es in Buch- oder Streichholzschachtel-Form!

Lieblingsautor:innen (III): Chimamanda Ngozi Adichie

Chimamanda Ngozi Adichie wurde 1977 in Nigeria als Tochter einer Verwaltungsangestellten und eines Universitätsprofessors geboren. 1998 zog sie für ihr Studium in die USA und wohnt seither teils in den Vereinigten Staaten, teils in Lagos.

Während ihre beiden ersten Roman – «Blauer Hibiskus» und «Die Hälfte der Sonne» – geteilte Kritiken erhielten, schaffte sie mit der Geschichtensammlung «Heimsuchungen» und dann vor allem mit ihrem dritten Roman «Americanah» den grossen Durchbruch. Die Figuren in «Heimsuchungen» bewegen sich in und und kämpfen sich durch zwei Welten: die ursprüngliche Heimat Nigeria und das neue Zuhause in den USA. Während dieser Erzählband vor allem auch zum Thema hat, wie sich die Protagonist:innen in diesem Spannungsfeld Nigeria – USA bewegen, ist «Americanah» eine brillant geschriebene Rassismuskritik. Die Kritik ist dabei nicht anklägerisch, sondern zeigt sich durch präzise Schilderungen von unscheinbaren Ereignissen in der Schulzeit, von festgefahrenen Stereotypen oder von Demütigungen im Alltag der Romanfiguren.

Der (einen) Ursache für die Verbreitung von rassistischen Stereotypen geht Adichie im sehenswerten Podcast «The danger of a single story» nach. Sie meint dort, dass gerade im Bezug auf afrikanische Länder immer wieder die klassischen Themen von Hunger und Armut, von Korruption und «Failed States» zur Sprache kommen, aber positive Geschichten kaum Beachtung fänden. Sie plädiert dafür, dass mehr Geschichten von und über afrikanische Länder und Personen veröffentlicht und gelesen werden, um so ein besseres Verständnis für andere Gesellschaften zu erhalten.

Nebst Rassismus ist Feminismus ein wichtiges Thema in den Büchern und den öffentlichen Äusserungen von Chimamanda Ngozi Adichie. Nebst starken Frauenfiguren in ihren Romanen, hat sie zwei Bücher explizit dem Feminismus gewidmet. «Liebe Ijeawele… – wie unsere Töchter selbstbestimmte Frauen werden» ist der Brief an eine Freundin, die Adichie um Ratschläge gebeten hatte, wie sie ihre Tochter feministisch erziehen soll. «We should all be feminists» ist das überarbeitete Transkript eines TedTalks, bei dem sie ganz zum Schluss eine persönliche und sehr pragmatische Definition von Feminismus gibt:

«Eine Feministin oder ein Feminist ist ein Mensch, der sagt, ja, es gibt heutzutage Problem mit Geschlechterrollen, und das müssen wir korrigieren, und wir müssen es besser machen. Wir alle, Frauen und Männer, müssen es besser machen»

2020 ist der Vater von Chimamanda Ngozi Adichie verstorben, zu dem sie ein sehr enges Verhältnis hatte. In ihrem neusten Buch «Trauer ist das Glück, geliebt zu haben» (was für ein schöner Titel…), reflektiert sie über den Verlust ihres Vaters und über die Trauer. Zu diesem Buch hat sie Daniel Graf von der Republik auch ein langes und unbedingt lesenswertes Interview gegeben.

Chimamanda Ngozi Adichie gelingt es regelmässig, mich mit ihren Büchern in den Bann zu ziehen. Mich fasziniert dabei vor allem, wie sie es immer wieder schafft, ernste Themen mit Leichtigkeit und Witz zu schildern, ihre Figuren bildhaft werden zu lassen und – scheinbar ganz einfach – tolle Geschichten zu erzählen. Nebst ihren Büchern sind aber auch ihre öffentlichen Auftritte sehr hörenswert und bereichernd. So beispielsweise auch ihr Auftritt an der Buchmesse Frankfurt 2018, an dem sie so wunderbar schildert, warum Literatur (für sie) wichtig ist:

«Literature does teach us. Literature does matter. I read to be consoled, I read to be moved, I read to be reminded of grace and beauty and love but also of pain and sorrow. And all of these matter—all of these are useful lessons»

Copyright Beitragsbild: Howard County Library System

Die Welt der chinesischen „Manhuas“

Wer kennt sie nicht, die japanischen Comics, auch bekannt als «Mangas»!

Hoch oben im Kurs stehen in unserer Bibliothek Manga-Serien wie «One piece», «Detektiv Conan» oder «Naruto». Im Gegensatz zu den beiden erstgenannten ist «Naruto» als Reihe abgeschlossen. Die Geschichte wird mit «Boruto», dem Sohn der Figur Naruto, weitergeführt.

Auch die abgeschlossene, vielgelesene Reihe «Yu-Gi-Oh!» hat ihren Weg wieder zurück in unsere Bibliothek gefunden! Es erscheinen nach und nach die Sammelbände «Yu-Gi-Oh! Massiv».

Nicht nur für «Action» ist in der Manga-Abteilung gesorgt, sondern auch Geschichten fürs Herz sind bei uns zu finden, wie z.B. «Spring, love and you» oder „12 Jahre„.

Weniger bekannt dürften wohl die chinesischen Comics sein, die «Manhuas»!

Die Reihe «Die Klingen der Wächter» ist ein neueres Werk, von dem wir bereits einige Bände im Bestand haben und die natürlich weitergeführt wird. Die Geschichte spielt Anfang des 7. Jahrhunderts in China. Der regierende Kaiser Yang Guang tyrannisiert sein Volk, das dadurch in tiefster Not lebt.
Daoma ist ein Kopfgeldjäger mit aussergewöhnlichen kämpferischen Fähigkeiten. Er nimmt einen scheinbar einfachen Auftrag an. Eine Handelskarawane soll in die chinesische Hauptstadt begleitet und vor Überfällen geschützt werden. Bald entpuppt sich dieser Auftrag aber als fast unmöglich auszuführen. Daoma tritt eine Reise voller Gefahren an…

Xu Xianzhe ist der Autor der Geschichte «Biaoren» (dt. «Die Klingen der Wächter»), die in Japan zum Hit wurde und in China die Bestsellerlisten stürmt. Die ersten deutschsprachigen Bände sind bei Chinabooks Anfang 2020 erschienen.

Bestimmt werden wir in Zukunft noch andere Manhuas in unserem Bestand anbieten können!